Mobilfunk-Entstörung an einem Schornsteinstandort
8. Mai 2026

Ein Mobilfunkstandort auf einem Schornstein, ein ausgefallener Sektor und erschwerte Zugangsbedingungen: Unser Team war an einem Standort in Meißen im Einsatz, um eine technische Störung zu analysieren und die Ursache gezielt zu beheben.
Bereits zu Beginn zeigte sich, dass es sich nicht um einen alltäglichen Einsatz handelte. Die betroffene Technik befand sich auf einem schwer zugänglichen Schornstein. Gleichzeitig war eine präzise technische Prüfung notwendig, um den Fehler eindeutig einzugrenzen und die Versorgung schnellstmöglich wiederherzustellen.
Systematische Fehlersuche vor Ort
Im ersten Schritt analysierte unser Team die betroffene Technik direkt am Standort. Dabei zeigte sich, dass an der Radio Remote Unit, kurz RRU, auf dem Schornstein ein zu geringer Pegel ankam. Die Messungen im Betriebsraum ergaben dagegen, dass an der Baseband Unit, kurz BBU, ein ausreichender Sendepegel vorhanden war.
Diese Erkenntnis war entscheidend, denn dadurch konnten erste mögliche Fehlerquellen bereits ausgeschlossen werden. Auch die Glasfaserverbindung wurde im weiteren Verlauf überprüft. Dafür kam unter anderem eine Vergleichsmessung mit einem Optical Time Domain Reflectometer, kurz OTDR, zum Einsatz. Zunächst zeigte diese Messung keine Auffälligkeiten.
Ein Neustart der Radio Remote Unit brachte ebenfalls keine Veränderung. Im weiteren Verlauf änderte sich das Fehlerbild jedoch: Die betroffene Einheit war schließlich nicht mehr erreichbar, der zugehörige Sektor fiel dauerhaft aus.
Arbeiten unter besonderen Bedingungen
Neben der technischen Fehlersuche stellte auch der Zugang zur Anlage eine Herausforderung dar. Die Steigleiter am Schornstein war gesperrt, ein Hubsteiger kam aufgrund der örtlichen Gegebenheiten nicht infrage. Um die Arbeiten sicher fortsetzen zu können, musste daher zunächst ein alternativer Zugang organisiert werden.
Mit Unterstützung eines Krans konnte unser Team schließlich direkt an der Anlage auf dem Schornstein arbeiten. Dort wurden weitere Prüfungen durchgeführt, um die Ursache weiter einzugrenzen. Die erneute Messung der Glasfaserverbindung vom Betriebsraum bis zur Technik auf dem Schornstein zeigte eine unauffällige Einfügedämpfung. Damit konnte die Lichtwellenleiterverbindung als Fehlerquelle ausgeschlossen werden.
Ursache gefunden, Sektor wieder in Betrieb
Der Fehler lag schließlich an einer unmittelbar betroffenen Komponente vor Ort: dem SFP-Modul in der Radio Remote Unit. Nach dem Austausch des Moduls verschwand der Alarm, und der betroffene Sektor war wieder vollständig in Betrieb.
Der Einsatz in Meißen zeigt beispielhaft, worauf es bei der Entstörung von Mobilfunkstandorten ankommt: technisches Verständnis, strukturierte Fehlersuche, Erfahrung im Feld und eine sichere Umsetzung auch unter anspruchsvollen Bedingungen.
Für unser Team gehören solche Einsätze zum Arbeitsalltag. Sie machen deutlich, wie vielseitig die Arbeit an moderner Kommunikationsinfrastruktur ist – von der Messtechnik im Betriebsraum bis zur Entstörung in luftiger Höhe.